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Viele Männer sind heute nicht schwach.
Sie sind müde.

Die meisten Männer haben vergessen, wie Stille klingt.

Und ich meine damit nicht einfach die Abwesenheit von Lärm.

Ich spreche von einer anderen Art von Stille.

Ich erlebe sie manchmal hier am Meer.
Wenn ich einfach am Strand sitze, dem Wind und den Wellen
zuhöre und meine Gedanken langsam leiser werden.

Nicht wegdrücken.
Nicht meditieren.
Nicht „an mir arbeiten“.

Einfach da sein.

Irgendwann verschiebt sich etwas.
Der Kopf wird ruhiger.
Der Körper entspannter.
Und für einen Moment entsteht dieses Gefühl:

Es ist gut, wie es gerade ist.

Ich habe diese Stille früher schon gekannt.
Als junger Mann in den Schweizer Bergen.
Wenn ich irgendwo oben sass, verschwitzt vom Aufstieg, in die Weite geschaut habe und plötzlich nichts mehr wollte.

Keine Leistung.
Keine Bestätigung.
Keine Ablenkung.

Nur dieser Moment.

Viele Männer verlieren diese Verbindung irgendwann.
Arbeit.
Verantwortung.
Druck.
Bildschirme.
Lärm.
Funktionieren.

Irgendwann weiss man gar nicht mehr, wie sich echte innere Ruhe anfühlt.

Ich musste mir diese Stille wieder erarbeiten.
Das Leben hat mich dazu gezwungen.

Jobverlust.
Scheidung.
Von viel Geld zu sehr wenig Geld.

Zusammenbrüche von Dingen, die ich für sicher gehalten hatte.

Damals fühlte sich das nicht wie ein Geschenk an.
Heute glaube ich:
Vielleicht musste erst vieles laut werden, damit ich die Stille wieder hören konnte.

Und nein —
ich meine nicht die Stille nach einem Schock oder einer Katastrophe.

Nicht diese Leere oder Starre.
Ich meine die Stille, die ich in der Natur finde.
Am Feuer.
Ohne Handy.
Ohne Menschen.
Nur für einen Moment ganz bei mir selbst.

Diese Stille macht etwas mit uns Männern.

Sie bringt Kreativität zurück.
Intuition.
Klarheit.
Körpergefühl.
Ruhe.

Vielleicht haben wir Männer nicht vergessen, wie man kämpft.

Vielleicht haben wir vergessen, wie Stille klingt